Ebernburger Tischrede

Wolfgang Huber sieht bei der Reformationsdekade „das Glas halbvoll“

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Die Kirche müsse wieder die Kraft aufbringen, die Menschen zu erreichen, die sie verloren hat, forderte Wolfgang Huber bei der Ebernburger Tischrede. Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sprach zum Thema: „Über das Reformationsjubiläum hinaus – Chancen und Aufgaben, die sich aus dem Jubiläum ergeben“.

Der Theologe kam auf Einladung des Reformationsbeauftragten der rheinland-pfälzischen Landesregierung Gerhard Robbers, zu der gemeinsam Veranstaltung mit der Evangelischen Kirche der Pfalz, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Der Ort der Veranstaltung ist die Ebernburg über dem Nahetal bei Bad Kreuznach. Zu Beginn der Reformationszeit war sie ein Zufluchtsort für verfolgte Anhänger Martin Luthers. Heute erhält die Ebernburg-Stiftung mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz das historische Erbe. Der Ebernburg-Verein der drei Landeskirchen im Bundesland betreibt hier eine Evangelische Familienferien- und Bildungsstätte.

Eine „wahre Bildungsbewegung“ ausgelöst

Nach den vielen Veranstaltungen zum Lutherjahr sieht Huber die Kirche auf gutem Weg. „Ich sehe das Glas halbvoll“, sagte Huber. Die vor zehn Jahren eher zufällig eingeläutete Reformationsdekade hin zum Jubiläum 2017 habe eine „wahre Bildungsbewegung“ ausgelöst. „Vor zehn Jahren hätte sich niemand träumen lassen, dass Lutheraufsteller in den Bahnhofsbuchhandlungen zu finden seien“, so Huber. Das sei das große Thema: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden.“

Der 75-jährige gebürtige Straßburger Wolfgang Huber war von 1984 bis 1994 Professor für Systematische Theologie mit Schwerpunkt Ethik an der Universität in Heidelberg. Das Bischofsamt der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hatte er von 1994 bis 2009 inne. Von 2003 bis 2009 war er zugleich Ratsvorsitzender der EKD.

 

ekir.de / rtm / 06.09.2017