„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Dr. André Borsche in der evangelischen Kirche Hargesheim. Dr. André Borsche auf der Kanzel der evangelischen Kirche Hargesheim.

Andachtsserie "Auf ein Wort"

Wer hilft, erfährt kleine Wunder

Er ist kein Pfarrer, sondern Chirurg: Dr. André Borsche hat als Prediger die Reihe "Auf ein Wort" eröffnet. Diese Andachtsserie hat der Kirchenkreis An Nahe und Glan zum Reformationsjubiläum aufgelegt.

„Dem Volk auf’s Maul schauen“ – dieses von Reformator Martin Luther formulierte Anliegen regte den Kirchenkreis zu der Serie an. „Wir wollen offen sein für das, was engagierte Menschen aus unserer Region zu sagen haben“, erklärte Pfarrer Peter Moritz in der Begrüßung. Für den Chirurgen sowie Initiator und Chef von „Interplast“ war - nach seinen eigenen Worten - die Kanzel eine ungewohnte Perspektive. Normalerweise sehe er sich mit seinen Gesprächspartnern lieber auf Augenhöhe.

Aber er gewöhnte sich offensichtlich schnell daran und berichtete hoch engagiert von seiner Arbeit als plastischer Chirurg und seinen ehrenamtlichen Einsätzen in Ländern der Dritten Welt. Borsche erzählte fünf kleine Geschichten, Erlebnisse mit Menschen, die er operiert und deren durch Krankheit oder Verletzung entstandene Entstellungen, deren Folgen er zu mildern versucht hat.

Herzen öffnen

Borsche sprach in Bildern, gleichnishaft wie in der Bibel. Am Ende jeder Episode schlug er den Bogen zu christlich-ethischen Grundsätzen und setzte sich kritisch mit Erscheinungsformen der Wohlstandsgesellschaft auseinander. „Wir sind auf dem Holzweg, wenn wir meinen, mit unserem Geld und unseren technischen Möglichkeiten alles erreichen zu können“, betonte er.

Eine Begegnung mit Mutter Theresa, die Hartnäckigkeit eines katholischen Priesters, der um ein Krankenhaus kämpft und damit den Respekt vor Menschen anderer Religionen eindrucksvoll vorlebt, oder ein Junge aus Ruanda, den er einst operierte und später durch ungewöhnliche Fügung wiedertraf – die sehr persönlich entfalteten Erzählungen berührten die Zuhörerinnen und Zuhörer. „Wenn wir unsere Herzen öffnen und Menschen helfen, erfahren wir kleine Wunder, die jenseits unseres Verstandes liegen und die wir Gottes Gnade verdanken“, sagte André Borsche. Er selbst verbringt  immer wieder seinen Urlaub mit Einsätzen für „Interplast“.

Weitere Gottesdienste "Auf ein Wort":
Freitag, 8. September, 18 Uhr, Evangelische Lukas-Kirche in Bad Kreuznach-Winzenheim, Prediger: Monsignore Stephan Wahl
Freitag, 22. September, 18 Uhr, Schlosskirche Meisenheim, Predigerin: Karin Hofmann, Direktorin des Paul-Schneider-Gymnasiums

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Marion Unger / 15.5.2017



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