„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Schülerinnen und Schüler gestalteten die Feierstunde im Martin-Butzer-Gymnasium mit. Schülerinnen und Schüler gestalteten die Feierstunde im Martin-Butzer-Gymnasium mit.

Reformator Martin Bucer

Europa eine Seele geben

Doppelanlass für ein Porträt des Reformators Martin Bucer: Zum 500. Reformationsjubiläum und dem 60. Jahrestag der Namensgebung des Martin-Butzer-Gymnasiums in Dierdorf hat Oberkirchenrat Klaus Eberl den Straßburger Reformator gewürdigt. In der Feierstunde in der Schule hielt der Leiter der Abteilung Erziehung und Bildung vor Schülerinnen, Schülern, Bürgermeister und Landrat den Festvortrag.

Oberkirchenrat Klaus Eberl Oberkirchenrat Klaus Eberl

„Alles Luther oder was?“ fragte der Theologe angesichts der starken Betonung von Martin Luther in den Feiern zum Reformationsjubiläum. Eberl: „Die Reformation ist mehr, viel mehr.“ Neben Melanchthon, Zwingli und Calvin habe auch der Namensgeber der Schule zu denen gehört, die die Reformation voran gebracht haben.

Die „Lutherfestspiele dieses Jahres“ ergänzte er um den Blick auf den 1491 in Schlettstadt im Elsass geborenen Sohn einfacher Leute, der wie Luther, dem er 1518 bei der Heidelberger Disputation begegnete, zunächst Mönch wurde und Theologie studierte, später heiratete, gebannt wurde und sich dann ein neues Leben aufbaute.

Trotz seiner Entwicklung der Kirchenzucht sei Bucer der toleranteste Reformator, erklärte Oberkirchenrat Eberl. Er bleibe „interessant als einer, der in den schwierigen Umbrüchen des 16. Jahrhunderts Orientierungen bot und dabei die auseinanderdriftenden Positionen des Protestantismus zusammenhielt“.

Genie der Vermittlung

Im Streit um die Gegenwart Christi im Abendmahl sei es Martin Bucer darum gegangen, das Abendmahlsgeheimnis ungeklärt zu lassen. Er stehe für die Einheit der reformatorischen Bewegung, sei ein „Genie der Vermittlung“ gewesen.

Martin Bucer, ist Klaus Eberl überzeugt, hätte heute „die Einheit Europas beschworen, eine Einheit, die sich der Verschiedenheit freut“. Und in diesem Europa hätte er die Rolle der Kirche und insbesondere des Protestantismus darin gesehen, der Angst zu wehren, Vertrauen ins Dasein zu wecken und Solidarität zu entwickeln. „Kurzum, Europa eine Seele zu geben.“

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22.6.2017



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