„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Interaktiv: „forming – transforming' von Christoph Dahlhausen. Foto: Andrea Dingeldein Interaktiv: „forming – transforming" von Christoph Dahlhausen. Foto: Andrea Dingeldein

Kunstprojekt

Christoph Dahlhausen: „forming – transforming"

Zum 500. Reformationsjubiläum hat die Evangelische Kirche im Rheinland das Kunstprojekt "reFORMation transFORMation" realisiert. Einer der elf eingeladenen Künstlerinnen und Künstler ist Christoph Dahlhausen mit seinem interaktiven Projekt „forming – transforming".

Der in griechischen Fassungen des Neuen Testaments vorkommende Begriff Koinonia (κοινωνία) wird meist mit „Gemeinschaft“ übersetzt, hat aber auch die Bedeutung von „Teilhabe“. Diesen partizipatorischen Aspekt greift Christoph Dahlhausen in seinem interaktiven Projekt „forming – transforming" auf, an dem jede und jeder mitwirken kann, die und der sich an der Ausstellung beteiligt.

Dahlhausen gestaltet fünf Platten aus Aluminium-Wabenblechen, die 230 Zentimeter hoch und 30 bis 115 Zentimeter breit sind. Sie sind leicht und stabil und werden normalerweise im Flugzeugbau verwendet. Der Künstler schleift eine Platte, eine andere beschichtet er mit Spiegelfolie. Die verbleibenden drei Platten lackiert er schwarz, weiß und rot. Dazu verwendet er verschiedene Lacke: matt, glänzend und rau.

Zu Beginn der Ausstellung bringt der Künstler das Werk in Position, als „erste Setzung“. Besucherinnen und Besucher können die Platten verändern und so eine neue Setzung schaffen, die wiederum von anderen verändert wird. Je nach Position der Platten entsteht etwas Bildhaftes oder Skulpturales.

Die Veränderung des Werkes soll Spuren hinterlassen: auf dem Werk, aber auch mit Blick auf die Wechselwirkung zu anderen Werken der Ausstellung. Der partizipatorische Ansatz soll den Besucherinnen und Besuchern vor Augen führen, dass ihr Handeln konstruktiv, aber auch destruktiv wirksam ist und Handeln immer ein kreatives Potenzial hat. Der verändernde Eingriff des einen schafft etwas Neues, zerstört aber zugleich das von anderen Geschaffene.

Dahlhauen hinterfragt mit seinem Werk letztlich die Gültigkeit der künstlerischen Aussage. Die Veränderung des Werkes soll dokumentiert und im Internet präsentiert werden.

Christoph Dahlhausen Christoph Dahlhausen

Christoph Dahlhausen (*1960 in Bonn) lebt und arbeitet in Bonn und Melbourne. Er hat Violoncello in Köln und Medizin in Bonn und Südafrika studiert. Seit 1991 arbeitet er als freischaffender Künstler. Sein Augenmerk liegt auf raumbezogenen Arbeiten und Installationen sowie Kunst am Bau. Eines seiner bekanntesten und jüngeren Werke ist die Großskulptur „What if“ (2012) aus kippenden starkfarbigen Stahlstangen auf der Museumsmeile in Bonn.

Der Künstler hat eine umfangreiche weltweite Ausstellungstätigkeit. Seit 2013 lehrt Dahlhausen als Adjunct Professor an der Hochschule der Künste der Royal Melbourne Institute of Technology University in Australien.

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Thomas Becker / 10.3.2017



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