„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

mehr

Service

Elisabeth von Calenberg-Göttingen Elisabeth von Calenberg-Göttingen / Ölgemälde, Kunstmuseum Stockholm, Schloss Gripsholm

reformatorinnen.de

Elisabeth von Calenberg-Göttingen

1510 - 1558
Die Reformationsfürstin

Elisabeth von Calenberg-Göttingen, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg gilt als die Reformationsfürstin. Als gelehrte Laientheologin und vielseitige Schriftstellerin setzte sie sich in ihren Veröffentlichungen für Luthers Lehre ein und besaß als Landesherrin auch die politische Macht, die Reformation in ihrem Fürstentum durchzusetzen.

Elisabeth wurde am 24.8.1510 in Cölln (Kurfürstentum Brandenburg) geboren. Als 15-Jährige heiratete sie 1525 den 40 Jahre älteren, verwitweten Herzog Erich I. von Calenberg-Göttingen und gebar vier Kinder. 1528 kam es zu einem Streit mit ihrem Ehemann wegen dessen Mätresse. Im Ergebnis wurde Elisabeth fast das gesamte Fürstentum mit der Residenz Münden als persönlicher Herrschaftsbereich übertragen.

Schon früh war Elisabeth durch ihre Mutter mit dem Luthertum in Berührung gekommen, die bereits 1527 gegen den Willen ihres Mannes zum Protestantismus übertrat und nach Sachsen flüchtete. Über ihre Mutter lernte Elisabeth Martin Luther persönlich kennen. Sie empfing 1538 das Abendmahl in beiderlei Gestalt und bekannte sich damit öffentlich zum evangelischen Glauben.

Nach dem Tod ihres Mannes übernahm Elisabeth 1540 die vormundschaftliche Regierung für ihren Sohn Erich II. Zielstrebig führte sie 1542 die Reformation ein. Mit der von Antonius Corvinus verfassten Calenberger Kirchenordnung legte sie den Grundstein für die Entstehung der späteren hannoverschen Landeskirche.

Als Elisabeths Sohn 1546 die Regierung übernahm, erhielt er von seiner Mutter ein Regierungshandbuch mit religiösen und politischen Ermahnungen. Aber Erich II. durchkreuzte die Pläne seiner Mutter. Im Schmalkaldischen Krieg kämpfte er auf kaiserlicher Seite, konvertierte zum Katholizismus und rekatholisierte das Land.

Nach der Schlacht bei Sievershausen (1553) verlor Elisabeth ihren Besitz und politischen Einfluss. Sie flüchtete nach Hannover und zog zwei Jahre später nach Thüringen, wo sie 1558 auf Schloss Ilmenau starb.

Elisabeth von Calenberg-Göttingen war eine der produktivsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit. Zu ihren Werken zählt auch ein Ehestandsbuch für ihre Tochter Anna Maria (1550), eine Gebetssammlung (1551), ein Witwentrostbuch (1556) sowie eine Sammlung geistlicher Lieder.

Zitat:
„Zuvörderst ist mir Jesus Christ| Allzeit gewest das höchste Gut.| Durch seinen Geist gab mir der Mut,| Dass ich mich christlich hab’ ermannt| Und pflanzt’ sein Wort in dieses Land.“

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

Christine Kucharski / 08.01.2017



© 2017, 2017.ekir.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.