„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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'Erinnerung heilen - Jesus Christus bezeugen' heißt die gemeinsame Schrift zum Jahr 2017. Screenshot: ekd.de "Erinnerung heilen - Jesus Christus bezeugen" heißt die gemeinsame Schrift zum Jahr 2017. Screenshot: ekd.de

Deutsche Bischofskonferenz und Evangelische Kirche in Deutschland

Auf dem Weg der Heilung der Erinnerungen

Mit dem gemeinsamen Wort zum Jahr 2017 "Erinnerung heilen - Jesus Christus bezeugen" haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx und der EKD-Ratsvorsitzende Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm der Prozess Heilung der Erinnerung vorangebracht. Das Wort dient der Suche nach einem gemeinsamen Verständnis der kirchlichen Entwicklungen, ausgehend von der Reformation.

Der Text beschreibt u.a. Fortschritte der ökumenischen Bewegung, die offenen Fragen und Wege in die Zukunft. „2017 werden wir erstmals in der Geschichte der getrennten Kirchen die Erinnerung an den 500. Jahrestag der Reformation auch in ökumenischer Gemeinschaft feiern.“ Dass beide Vorsitzende diesen Satz gleichlautend formulieren können, benennt das Besondere des vorgestellten Textes, heißt es in der EKD-Pressemitteilung über das gemeinsame Wort. Nach Jahrhunderten der Abgrenzung und gegenseitigen Verwerfungen begehen die beiden großen Kirchen in Deutschland dieses Gedenken unter dem Leitwort „Christusfest“ gemeinsam.

Kardinal Marx sagt, 2017 als Christusfest zu feiern, entspreche der Person Martin Luthers: „Wir können heute auch als Katholiken unumwunden sagen, dass er eigentlich keine neue Kirche gründen wollte. Er wollte den Blick auf den gnädigen und barmherzigen Gott lenken und den Menschen seiner Zeit Mut machen, ihr Leben ohne Angst in diesem Gott festzumachen.“

Landesbischof Bedford-Strohm: „Wir können mit den bleibenden Unterschieden besser umgehen als frühere Generationen, das ist in meinen Augen der Lernwert des gemeinsamen Zugehens auf das Jubiläum.“ Dazu gehöre auch die Aufrichtigkeit einzugestehen, dass die religiösen Konflikte von damals heute beschämend wirken würden.

Einander um Vergebung bitten

Angesichts bis heute wirksamer Vorurteile sei es notwendig, sich diesem Erbe in einem gemeinsamen Prozess zu stellen und Gott und einander um Vergebung zu bitten, so Marx. Der Ratsvorsitzende unterstrich die geistliche Dimension des Heilungsprozesses: „Aufrichtige Versöhnung kann man nicht kommandieren, sondern nur empfangen. Die Erinnerung an Vergangenes kann dann benannt werden, ohne dass die Wunde wieder schmerzt, denn: „Eine Wunde ist geheilt, wenn sie nicht mehr verbunden werden muss, wenn man die Narben berühren kann, ohne dass es weh tut.“

Der Prozess „Heilung der Erinnerung“ gehört wesentlich zu den gemeinsamen Initiativen in Richtung Christusfest. Er zielt darauf, anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation miteinander die Trennungen der Kirchen anzuschauen, ihre leidvollen Auswirkungen zu bedenken und Gott und einander um Vergebung für das Versagen auf beiden Seiten zu bitten.

Anregung von Buß- und Versöhnungsgottesdiensten

Bei der ökumenischen Gestaltung des Jahres 2017 als Christusfest haben ökumenische Buß- und Versöhnungsgottesdienste eine Schlüsselstellung. Die zentrale Feier eines solchen Gottesdienstes mit beiden Vorsitzenden findet am 11. März 2017 in der Kirche St. Michaelis zu Hildesheim statt.

Die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der EKD regen an, in der Folgezeit ähnliche Gottesdienste auf regionaler und lokaler Ebene zu feiern. Dazu ist dem Gemeinsamen Wort ein liturgischer Entwurf beigefügt.

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ekir.de / neu, ekd.de / 16. September 2016



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