„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Friederike Fliedner Friederike Fliedner, erste Vorsteherin der Kaiserswerther Diakonissenanstalt / Zeichnung von Hans Junker (um 1954), Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth

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Friederike Fliedner

1800 - 1842
Vorsteherin der Schwesternschaft

Die erste Vorsteherin der Kaiserswerther Diakonissenschwesternschaft stammt aus dem hessischen Ort Braunfels. 1826 fand sie ihre erste Aufgabe als Erzieherin in der vom Grafen Adelbert von der Recke-Volmerstein gegründeten Düsselthaler „Rettungsanstalt für verwaiste und verwahrloste Kinder“. Der Grundstein zu ihrem religiös motivierten sozialen Engagement war bereits in ihrem Heimatort durch die Predigten von Missionaren gelegt worden, durch die sie mit der Erweckungsbewegung in Kontakt kam.

Während ihrer Tätigkeit als Erzieherin lernte sie den gleichaltrigen Pfarrer Theodor Fliedner (1800-1864) kennen, den sie 1828 heiratete. Er hatte einige Jahre zuvor die kleine evangelische Gemeinde in Kaiserswerth bei Düsseldorf übernommen. Dort wurde er hautnah mit den sozialen Problemen der entstehenden Industriegesellschaft konfrontiert, auf die die evangelische Kirche noch keine Antworten gefunden hatte. 1836 gründete er gemeinsam mit seiner Frau das weltweit erste Diakonissenmutterhaus, das bald zum Zentrum eines internationalen Netzwerks ähnlicher Einrichtungen wurde. So erhielt die evangelische „Liebestätigkeit“, so der zeitgenössische Begriff, eine organisatorische Grundlage. Friederike übernahm das Amt der Vorsteherin und prägte durch ihren von tiefer Frömmigkeit getragenen Glauben die Diakonissenschwesternschaft wesentlich mit. Die hohen charakterlichen Ansprüche, wie Selbstverleugnung und Demut, die sie an ihre eigene Person stellte, forderte sie auch von den Diakonissen. Ihr war bewusst, dass dieser Dienst eine besondere Persönlichkeit voraussetzte: „Denn eine Diakonisse kann = darf kein Alltagsmensch sein, sonst wird die Welt betrogen.“

Als Vorsteherin der Schwesternschaft leistete Friederike Fliedner Pionierarbeit bei der Professionalisierung sozialer Arbeit, sei es bei der Arbeit mit Gefangenen, in der Kindergartenbewegung oder der Krankenpflege. Damit bereitete sie den Weg sowohl für die bis heute erfolgreiche Arbeit der Kaiserswerther Schwesternschaft als auch für die Diakonie in ihrer heutigen Form.

Zitat:
„Der Vorsteher kann nur mit Männeraugen messen, was jedoch mit Frauenaugen geschehen müsste.“

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Annette Büttner / 08.01.2017



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