„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Katharina von Bora Katharina von Bora / Bild von Lucas Cranach der Ältere, Klassik Stiftung Weimar

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Katharina von Bora

1499 - 1552
Pionierin protestantischer Pfarrhauskultur

Viele Rollen hat Katharina von Bora ausgefüllt: Sie war eine adlige Nonne, eine Frau mit Fluchterfahrungen, die Angetraute, engste Vertraute und Seelsorgerin Martin Luthers, dabei Mutter von sechs Kindern.

Katharina von Bora ist vermutlich am 29. Januar 1499 auf Gut Lippendorf geboren. Aus niederem Adel, wird Katharina früh ins Kloster gegeben und lernt strenge Disziplin, Schreiben, Lesen, Lateingrundkenntnisse und Gesang. 1523 fliehen 12 Nonnen aus dem Kloster Marienthron, darunter Katharina von Bora. Beeinflusst von zwei Schriften Martin Luthers gegen die Ehelosigkeit der Geistlichen sucht sie ihre Berufung außerhalb der Klostermauern. Nach zwei Jahren, in denen sie Kontakt zur Wittenberger Universität hat, sich den Namen „Katharina von Alexandrien“ erwirbt und wahrscheinlich im Haus Lucas Cranachs lebt, wählt sie sich Martin Luther zum Ehemann. In den folgenden 21 Jahren gehört sie zu den Pionierinnen einer protestantischen Pfarrhauskultur, liest die Bibel, erzieht sechs eigene Kinder sowie etliche Kinder von verstorbenen Verwandten und führt den Betrieb des Schwarzen Klosters. Durch geschickte Grundstückskäufe, Viehhaltung, Gartenbewirtschaftung und Bierbrauerei sowie durch die Burse, die Unterbringung und Verköstigung von Studenten, sichert sie zum großen Teil den Familienunterhalt und schafft ein Refugium für Glaubensflüchtlinge.

Als Seelsorgerin ihres Mannes Martin Luther unterstützt sie die reformatorische Bewegung genauso wie durch eigene Redebeiträge während der zahlreichen, durch Schüler dokumentierten Tischgespräche. Luthers Wertschätzung zeigen die stets phantasievollen Anreden, mit denen seine Briefe an sie beginnen: Der Tiefgeehrten Frau Katherin Lütherin … , Meiner gnedigen Hausfrauen zu Wittemberg …, Liebe Jungfrau Kethe, gnädige Frau von Zulsdorf …, Meiner freundlichen lieben Käthen Lutherin, Bräuerin und Richterin auf dem Saumarckte zu Wittenberg…, Euer Gnade sollen wissen …, Euer Heiligkeit williger Diener M.L. …

280 von 2600 Lutherbriefen sagen auch etwas über sie aus, zehn Nachrichten von ihr selbst sind erhalten. Luthers Testament, das ihr alle Vollmachten gibt, wird nicht anerkannt. Als Witwe erlebt sie Bevormundung, Enteignung und üble Nachrede. Nach einem Unfall stirbt sie am 20. Dezember 1552 in Torgau.

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Dagmar Gruß / 08.01.2017



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