„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Gut abgesichert von Gemeindepfarrer Rolf Lorenz: Präses Manfred Rekowski am Kreuznacher Kletterturm. Gut abgesichert von Gemeindepfarrer Rolf Lorenz: Präses Manfred Rekowski am Kreuznacher Kletterturm.

Gottesdienst in Bad Kreuznach

Geschickt und schwindelfrei

Ein schlichter Turm aus Beton belebt eine Kirchengemeinde. Ein Freiluftgottesdienst führt an die Seite dieses Turms, der auch als Kletterwand dient. Präses Manfred Rekowski predigte am ungewöhnlichen Ort und kletterte nach dem Gottesdienst dann auch selbst an dem mit Boulder-Elementen ausstaffierten Glockenturm der Matthäus-Kirchengemeinde Bad Kreuznach.

"Mission" war das Thema der Predigt von Manfred Rekowski. Grundlage war der Predigttext aus dem Matthäus-Evangelium. Er beschreibt, wie Jesus seine Jünger in alle Welt schickt, damit sie alle Menschen selbst zu Jüngern machen und auf seinen Namen taufen. „Der Weg der Kirche muss immer wieder zu den Menschen führen“, unterstrich der Präses. „Bleiben ist nicht angesagt. Der Auferstandene setzt in Bewegung. Und diese Bewegung führt immer in die Begegnung, führt immer zu Menschen. Das ist unser Auftrag.“

In diese Begegnung brächten Christinnen und Christen ihre Erfahrungen mit dem Glauben ein. „Irgendwann einmal wurden wir berührt – vom Wort und in der Taufe, haben erlebt, dass diese Worte uns trösten, ermutigen, aufrütteln, zur Umkehr bringen“, meinte Rekowski und interpretierte den so genannten Missionsbefehl aus dem Matthäus-Evangelium: „Wer bewegt wurde, lässt sich in Bewegung setzen.“

Dem Messias folgen

Der Begriff nehme die Vision aus dem Alten Testament auf, nach der alle Völker freiwillig und ohne Zwang dem Messias folgen werden. „Deshalb werden zu unserem Repertoire auch nie Zwangstaufen oder Kreuzzüge gehören können“, meinte Rekowski. Auch wenn der Missionsbegriff durch die Kirchengeschichte mit Blick auf Kreuzzüge und Kolonialismus belastet sei, könne Mission nicht als Tabu betrachtet werden.

"Matthäus bewegt" - diese Aufschrift tragen die T-Shirts der Helferinnen und Helfer. Matthäus bewegte auch den Präses: Im Anschluss an den Gottesdienst ist Rekowski dann selbst ein Stück an der Turmwand geklettert. Der Kletterturm belebt seit rund einem Jahr das Gemeindeleben. Installiert auf Initiative des CVJM und abgesichert durch Beschlüsse des Presbyteriums, zieht er eine große Zahl von Interessierten an: Jugendgruppen, Schulklassen, Vereine, das Technische Hilfswerk.

"Gott ist unsere Stärke"

Unter Aufsicht von meist ehrenamtlichen, geschulten Mitarbeitenden erproben sie ihre Geschicklichkeit und Schwindelfreiheit bis in große Höhe. Wer genau schaut, erkennt beim Rundgang um den Turm in der Anordnung der Kletterhilfen den Satz: „Gott ist unsere Stärke“

Die Turmpredigt des Präses stimmte auch auf das Reformationsjubiläum 2017 ein. Sie gab einen Vorgeschmack auf die Reihe „95 Predigten an ungewöhnlichen Orten“, die am Reformationstag in diesem Jahr, dem 31. Oktober, ihren Anfang nehmen soll.

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ekir.de / Marion Unger / 4. Juli 2016



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