„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

mehr
Service

Beim Luthermahl in Oberhonnefeld (v.l.): Rengsdorfs Bürgermeister Hans-Werner Breithausen, Pfarrer Andreas Beck, Sozialstation-Geschäftsführerin Angela Keul-Göbel, Diakoniepfarrerin Renate Schäning, Demografieministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Landr Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler mit Diakoniepfarrerin Renate Schäning (3.und 4. v.r) mit Bürgermeistern, Landrat, Sozialstation-Geschäftsführerin und Ortspfarrer.

"Luthermahl"

Im "Zusammenland" leben

Lebensqualität auf dem Land, und zwar für alle: Wie diese Aufgabe zu bewerkstelligen ist, haben die Teilnehmenden des dritten Luthermahls beraten. Engagierte aus Politik und Sozialarbeit haben sich dazu im Evangelischen Gemeindehaus Oberhonnefeld getroffen. Besondere Rednerin des Abends war die Demografieministerin von Rheinland-Pfalz, Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

„Die Haltefaktoren gegen Landflucht sind Kita, Schule und Arzt. Denn dahin fährt - anders als für den Job -  niemand eine halbe Stunde mit dem Auto“, zitierte die Ministerin aus einer Studie. Für die kommunale Versorgung brauche es deshalb neue, gemeinsame und gleichwohl individuelle Konzepte. Eine Wohnpflegegemeinschaft sollte genauso überall zur Verfügung stehen wie ambulante Pflege und Seniorenheim. Mit Telemedizin oder Online-Einkauf und -Austausch kann die Digitalisierung zu guter Lebensqualität beitragen.

Die SPD-Politikerin kritisierte den Begriff Überalterung: „Dass wir alle länger leben, ist doch etwas total Schönes.“ Ihr Ideal ist ein „Zusammenland“, in dem jede und jeder vor Ort Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt übernimmt.

Nötig ist ein Plan B

Die Geschäftsführerin der Evangelischen Sozialstation Straßenhaus, Angela Keul-Göbel, nannte in ihrer Tischrede konkret, was es auf dem Land mehr braucht: Niederflurbusse, auch nachmittags und wochenends, Bäcker, Friseur, Post, Arzt und soziale Treffpunkte. Denn die meisten Menschen wollten eben so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben. „Wir sind alle soziale Wesen und brauchen diese Ansprache.“

Mit dem Besuchsdienst wie rund um Straßenhaus tue die evangelische Kirche viel für Hochbetagte, fasste Renate Schäning als dritte Rednerin zusammen. Die Diakoniepfarrerin erinnerte, dass sich schon Jesus mit den Alten der Bibel, Abraham und Sara, solidarisiert habe. „Aber wir brauchen mehr Ideen als den Besuchsdienst. Wir brauchen einen Plan B für den Fall, dass wir nicht alle glücklich bis ins hohe Alter zu Hause leben." Im Fall von Pflegebedürftigkeit müsse ein Pflegedienst zur Verfügung stehen.

Beitrag zum Reformationsjubiläum

Zwischen den Reden servierten Ehrenamtliche der evangelischen Gemeinde Oberhonnefeld Wein und ein Menü aus der Kantine des Martin-Butzer-Gymnasiums Dierdorf. Untermalt von Musik - am Flügel: Valentina Leinweber -  hatten die 65 Teilnehmenden so Gelegenheit, die Fragen und Thesen in kleiner Runde zu diskutieren.

Mit der Veranstaltungsreihe Luthermahle hat das Diakonische Werk Neuwied Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu einem Thema gesellig zusammengebracht. Die Luthermahle sind der Diakonie-Beitrag zum Reformationsjubiläum an Rhein und Wied: Ganz im Sinne Martin Luthers kann das Volk sich dabei gegenseitig „aufs Maul schauen“.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

23.6.2017



© 2017, 2017.ekir.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.