„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Vizepräses Christoph Pistorius, Präses Annette Kurschus und Bischof Felix Genn (r.) weiten beim ökumenischen Fest ihre Zusammenarbeit aus. Bischof Felix Genn (v.r.), Präses Annette Kurschus und Vizepräses Christoph Pistorius weiteten beim ökumenischen Fest ihre Zusammenarbeit aus.

Ökumene

Evangelische Kirchen und Bistum Münster gestalten Zukunft gemeinsam

Die evangelischen Kirchen und die katholischen Bistümer in Nordrhein-Westfalen wollen ihre Zusammenarbeit weiter verstärken. Nachdem im Januar eine entsprechende Erklärung zwischen den beiden großen Landeskirchen und dem Bistum Essen unterzeichnet worden war, geschah dies am heutigen Pfingstmontag nun auch in Münster.
 

Die Evangelische Kirche von Westfalen, die Evangelische Kirche im Rheinland und das Bistum Münster haben sich in dem Aufruf "„Gemeinsam Zukunft gestalten“" zu einer weiteren Vertiefung ihrer Kooperation verpflichtet. Besiegelt wurde das durch die Unterschriften von Präses Annette Kurschus (Westfalen), Vizepräses Christoph Pistorius (Rheinland) und Bischof Dr. Felix Genn (Münster).

500 Jahre nach der Reformation betonen die Kirchen "„die wiederentdeckte Gemeinsamkeit in der Mitte unseres Glaubens, den Glauben an Jesus Christus“". Ökumene begreifen sie dabei als gemeinsamen Auftrag: „"Wir wollen die Herausforderungen zusammen bearbeiten, die sich in unseren Kirchen in gleicher Weise stellen.“"

Den Gemeinden wird empfohlen, das geistliche Miteinander zu intensivieren und fest im Alltag zu verankern. Kirchen und Gemeindehäuser sollen nach Möglichkeit gemeinsam genutzt werden. Um "„wieder neu im Glauben auskunfts- und sprachfähig zu werden“", streben die Kirchen einen verstärkten gegenseitigen Austausch an. Sie wollen die ökumenische Bildung auf allen Ebenen sowie die konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht intensivieren, ebenso den christlichen Glauben zunehmend gemeinsam öffentlich bezeugen, besonders durch ökumenische Gottesdienste und gemeinsame missionarische Projekte.

Gesellschaftlichen Problemen gemeinsam begegnen

Die Unterzeichner verpflichten sich auch, den großen gesellschaftlichen Problemen gemeinsam zu begegnen. Das gilt etwa für die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, den Schutz der Umwelt sowie Flucht- und Migrationsbewegungen. Initiativen und Gruppen, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, sollen gefördert werden. Dazu gehört auch ein enges Zusammenwirken in der Arbeit mit Flüchtlingen einschließlich der Gemeinden anderer Sprache und Herkunft.

Die "„Begegnung und der Austausch mit Judentum als unseren älteren Geschwistern und der Dialog mit Muslimen“" sollen intensiv fortgesetzt werden. Gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wollen die Kirchen gemeinsam klar Position beziehen.

"Zusammen wachsen" gefeiert

Ein ökumenisches Fest auf dem Domplatz in Münster unter dem Motto "„Zusammen wachsen“" war der Rahmen für die öffentliche Präsentation des Aufrufs. Die westfälische Präses Annette Kurschus sagte in ihrer Predigt im Festgottesdienst: "„Zum Weitergeben und Wachsen sind wir da. Zum gemeinsamen Wachsen und zum Zusammenwachsen – auf Christus hin. An ihm hängen wir. In ihm und aus ihm fließen uns die Liebe und Güte des Vaters zu.“"

So würden die Kirchen zu einer immer tieferen ökumenischen Gemeinschaft finden, sagte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen: "„Indem wir uns gemeinsam auf Christus hin ausstrecken – von ihm her zusammen wachsen und zusammenwachsen."“

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ekir/ekvw / 5.6.2017



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