„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Jubiläumsprogramm

Himmel überm Ruhrgebiet

Das Forum Kreuzeskirche Essen, das "Martin Luther Forum Ruhr" (Gladbeck) und das "Ruhr Museum" auf Zeche Zollverein (Essen) veranstalten anlässlich des 500. Reformationsjubiläums ein großes kulturelles und wissenschaftliches Veranstaltungsprogramm. Der Titel: "Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr". 

Geplant sind Ausstellungen, Führungen, Workshops und Programme für Schulen, Vorträge, Diskussionen, Tagungen, Konzerte, Filme und Theateraufführungen, Exkursionen und liturgische Veranstaltungen. Das Programm "Der geteilte Himmel" beginnt am 30. Oktober 2016 und endet ein Jahr später am Reformationstag 2017. Höhepunkt ist die gleichnamige Ausstellung im Ruhr Museum ab dem 3. April 2017.

Es sei "kein Lutherkult und keine protestantische Feierei geplant", betonte der Vorsitzende des Martin Luther Forums Ruhr, Martin Grimm, bei der Programmvorstellung in Essen. Stattdessen wolle man "Themen ansprechen, die heute relevant sind wie Toleranz, Freiheit und Verantwortung, und nach ihrer Bedeutung fragen".

Es wird eine Aufführung des Pop-Oratoriums "Luther" geben und beispielsweise auch ein Diskussionsforum zum "Blick der Internet-Generation auf Luther". Grimm kündigte an, "Geschichte lebendig werden zu lassen" und einen Bogen vom Kirchenkampf während des Nationalsozialismus bis zum "Kampf der Religionen" heute zu spannen.

Fünf Themenschwerpunkte

Insgesamt sind fünf Themenschwerpunkte von Duisburg bis Dortmund geplant. Neben Luther geht es um die Reformation im Dialog, Bilder und Bauten, das ökumenische Glaubensbekenntnis und die religiöse Vielfalt. Die Finanzierung kommt aus Bundesmitteln (400.000 Euro) und vom Land NRW (200.000 Euro). Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat die Schirmherrschaft übernommen.

Als zentrale Frage für das Gesamtprogramm bezeichnete Prof. Oliver Scheytt, Vorsitzender des Forums Kreuzeskirche Essen, die Bedeutung der Reformation für die Metropole Ruhr heute. In seiner Kindheit seien Schulen und Kindergärten noch evangelisch und katholisch getrennt gewesen, heute dagegen gehe es um das Verhältnis zu Islam und Judentum.

Das sei zum Beispiel auch Thema der Veranstaltungsreihe "Credo - Glauben wahrnehmen" mit Musik, Ausstellung und Vorträgen. "Dabei wollen wir nicht von unserem eigenen Glauben abweichen, sondern ihn im Gegenüber mit anderen Religionen reflektieren und wahrnehmen", betonte Scheytt.

Religiöse Einheit aufgebrochen

Die Ausstellung "Der geteilte Himmel" im Ruhr Museum wird am 3. April 2017 eröffnet. Zur Zeit der Reformation vor 500 Jahren sei Essen noch eine Kleinstadt gewesen, trotzdem sei es eine prägende Zeit gewesen, weil die religiöse Einheit aufgebrochen sei, sagte der Direktor des Ruhr Museums, Prof. Heinrich Theodor Grütter. "Es gibt heute in ganz Deutschland keine Region mit so vielen verschiedenen Religionsgemeinschaften, rund 230", erklärte der Historiker.

Für ihn sei die oftmals nur auf Deutschland bezogene Deutung der Reformation zu kurz gegriffen: "Es ist ein europäisches Ereignis, wenn nicht sogar von globaler Bedeutung." Auch das solle in diesem Projekt deutlich werden.

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epd, ekir.de/neu / 1. September 2016



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