„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Summer School in Wittenberg

Ideen der Reformation für heute und für die Zukunft

"Es reicht. Was mich angeht."So lautet der Titel der Summer School zum Reformationsjubiläum. Es wird in einem Jahr, im Sommer 2017 stattfinden. 800 Studierende und Promovierende werden vom 24. Juli bis zum 20. August 2017 in der Lutherstadt Wittenberg studieren, diskutieren und auch feiern.

„Wir wollen begabte Menschen zusammenbringen, die eine Ahnung davon haben, was die Ideen der Reformation für heute und für die Zukunft bedeuten können.“ So beschreibt Prof. Dr. Gerhard Robbers, Vorsitzender des Leitungskreises für die Durchführung der europaweiten Veranstaltungen des Reformationsjubiläums, die Gründungsidee der Summer School 2017. Er wünsche sich, „dass da junge Menschen zusammen kommen, die begabt sind, weil sie Frieden und Zusammenarbeit und Verständigung miteinander und für die Welt suchen. Und die dafür einen Ort finden – 2017 in Wittenberg.“

Die Themenfindung fand bereits im Herbst 2015 unter der Beteiligung eines interdisziplinären Teams von Studierenden und Promovierenden statt. „Was mich interessiert, etwas bei dem ich denke, dass es mich bereichern kann, was mich anspricht und beschäftigt, aber auch was mich angeht, was mich stört, was mir auf den Keks geht, was mich nervt, wo ich Kritik üben will oder – was mir eben reicht.“ So beschreibt Helene Pahlow, damals Promovendin und Stipendiatin des Evangelischen Studienwerks Villigst e.V., ihren persönlichen Zugang zum Thema.

Fülle und Mangel zum Thema machen

Es lädt dazu ein, gewohnte Denkstrukturen aufzubrechen und Fülle und Mangel zum Thema zu machen. Damit folgt es reformatorischen Grundanliegen, die bis heute gültig sind. Bis zu 800 Studierende werden vier Wochen lang in Seminaren diskutieren, die sich mit dem Titel der Summer School 2017 verbinden. „Und damit meinen wir auch Studierende und Promovierende aus anderen kulturellen Kontexten, mit anderer Sozialisation, anderen Lebenshorizonten“, so Helene Pahlow.

Um über nationale, kulturelle, konfessionelle und religiöse Grenzen hinweg Studierende und Promovierende zusammen zu bringen, hat das Evangelische Studienwerk als Veranstalter der Summer School 2017 ein breites Netzwerk aus Kooperationen gesponnen. Erstmalig arbeiten alle 13 Begabtenförderungswerke gemeinsam für eine Bildungsveranstaltung zusammen. Im Vorfeld der Bundestagswahlen verspricht das schon heute Reibung und die Diskussion aktueller Themen.

Auch eine Orchesterakademie

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Friede-Springer-Stiftung, die Stiftung Mercator und ArbeiterKind.de unterstützen die Summer School 2017. So werdem viele weitere interessierte deutsche und ausländische Studierende die Seminare mit ihren Perspektiven bereichern. Universitäten, Fachhochschulen und Akademien aus ganz Deutschland steuern eigens für das Rahmenthema entwickelte Seminare bei. Sie kooperieren dafür über nationale und europäische Grenzen hinaus. Eine Orchesterakademie ergänzt die Summer School. In ihr werden Studierende und Promovierende ein Auftragswerk des Komponisten Kaspar Querfurth einstudieren, das Alte und Neue Musik verbindet. Das Abschlusskonzert ist für den 18. August 2017 geplant.

An vielen Orten werden aktuell die Ideen entwickelt, die die Summer School 2017 mit Inhalt und Leben erfüllen sollen: „Die Religion des Kapitalismus“, „Solidarität und Selbstbestimmung“, aber auch Fragen der Gleichberechtigung an Bildung, Nahrung, Rohstoffen und Perspektiven sollen verhandelt werden. „Die Seminare sollen interdisziplinär zugänglich sein und gleichzeitig tief gehende Diskussionen eröffnen.“ So Eric Daniel Sander, Vorsitzender eines der stipendiatischen Programmausschüsse, zu den Herausforderungen bei der Akquise guter Seminare: „Es reicht. Das heißt auch: es gibt genügend Gemeinsamkeiten um überhaupt zu diskutieren."

Qualifizierter Streit

Im Ausloten der Grenzen eröffneten sich hieraus neue Perspektiven. Außerdem könnten sich "gemeinsame – gerne auch ungenügsame – Ansprüche entwickeln. Der qualifizierte Streit legt so die Grundlage für die gemeinsame Feier." Denn darum soll es auch gehen: Junge Menschen aus der ganzen Welt, die zusammen weiter denken, feiern damit die Reformation.Viele Orte rund um die Jugendherberge in Wittenberg werden im Reformationssommer dazu einladen – zur Diskussion und zum Fest.

Große Institutionen begleiten das Projekt: Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), der Reformationsjubiläum 2017 e.V. (r2017), der Luther 2017 e.V., der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) beteiligen sich mit Seminaren und im Rahmenprogramm, bei der Organisation im Vorfeld und vor Ort sowie durch ideelle und finanzielle Unterstützung.

Angeboten werden auch Stipendien

Können sich interessierte Studierende und Doktoranden für die Summer School einschreiben oder bewerben? Ja, die Teilnahme ist auch unabhängig von der Zugehörigkeit zu einem der direkten Projektpartner der Summer-School-Organisatoren möglich. Dafür wird auch eine Reihe an Stipendienmöglichkeiten bereitgehalten, so Lars R. Schulz, bei der Summer School für Rahmenprogramm und Kommunikation zuständig.

Die Teilnahmemöglichkeiten werden auch noch einmal im Programmheft dargestellt, das zum 31. Oktober dieses Jahres online gehen wird. Ab diesem Zeitpunkt wird die Bewerbung für die Teilnahme an den Seminaren möglich sein; auch wenn es einzelne Seminare geben wird, die auf bestimmte Teilnehmergruppen beschränkt sein werden. 

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neu, Foto Evangelisches Studienwerk / 25. Juli 2016



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