„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Vernetzung: Ökumene

Christus im Zentrum

Weil das Evangelium eint, wird das Reformationsjubiläum 2017 einen klaren ökumenischen Akzent haben. Das betonen Präses Manfred Rekowski, etwa bei der Pressekonferenz zum Reformationsjubiläum am 24. Oktober 2016 (Video), sowie die Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph. Es gibt verschiedene ökumenische Aktivitäten.

Aus einer Mauer wurde ein Kreuz: Motiv im Versöhnungsgottesdienst in Essen. Foto: Nicole Cronauge/Bistum Essen Aus einer Mauer wurde ein Kreuz: Motiv im Versöhnungsgottesdienst in Essen. Foto: Nicole Cronauge/Bistum Essen

Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Wetzlar

"Wir danken Gott, dass es Sie gibt!" Diesen Satz sagten sich evangelische und katholische Christinnen und Christen beim Ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst im Wetzlarer Dom zu.

 

„Healing of Memories“ Gottesdienst in Hildesheim

Mit einem gemeinsamen Buß- und Versöhnungsgottesdienst in der Hildesheimer Michaeliskirche haben katholische und evangelische Kirche in Deutschland eine Umkehr von der Jahrhunderte währenden Geschichte gegenseitiger Verletzungen und Abgrenzung vollzogen. Bei dem Gottesdienst, an dem u.a. auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnahmen, dankten die Kirchen zugleich für das 500 Jahre nach der Reformation sichtbar werdende gegenseitige Vertrauen. „Wir wollen in der Zukunft nicht mehr getrennt glauben, wir wollen gemeinsam glauben“, sagte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

 

Heilung von Erinnerungen - Bausteine zur Versöhnung

Die Reformation jährt sich zum 500. Mal. Neben Dankbarkeit und Freude bekommt in diesem Jahr auch die Erinnerung an die Auseinandersetzungen und Verletzungen in Folge der Reformation Raum. Versöhnung ist möglich, wo Schuld und Bedauern über die Spaltung der Kirche Jesu Christi ausgesprochen werden können. Versöhnungsgottesdienste wurden und werden gefeiert. Vorlagen bietet die ACK im Internet.

 

Essen: Ökumenisch Kirche sein

Künftig wollen die rheinische und die westfälische Landeskirche mit dem Bistum Essen mehr Aufgaben gemeinsam angehen. „Wir wollen die Herausforderungen zusammen bearbeiten, die sich unseren Kirchen in gleicher Weise stellen“, heißt es in der Erklärung „Ökumenisch Kirche sein“, die am 22. Januar 2017 in Essen vom rheinischen Präses Manfred Rekowski, dem westfälischen Vizepräsidenten Albert Henz und dem Essener Bischof Franz-Josef Overbeck unterzeichnet wurde. In der Erklärung verpflichten sich die Kirchen zu einem stärkeren Austausch, zu gegenseitigen Einladungen und zu einem gemeinsamen Auftreten.

Konkret sieht die Vereinbarung einen regelmäßigen Austausch über die Reformprozesse in den Kirchen vor. Zudem soll in den Bereichen sozialer Verantwortung wie der Arbeit mit Flüchtlingen und im Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit noch enger zusammengearbeitet werden. Auch beim Austausch mit dem Judentum sowie dem Dialog mit Muslimen soll es mehr Gemeinsamkeiten geben.

Die Kirchengemeinden werden in der Erklärung dazu aufgerufen, die ökumenische Zusammenarbeit „als Entlastung und gegenseitige Ermutigung wahrzunehmen“. So könne eine gemeinsame Nutzung von Kirchen und Gemeindehäusern vereinbart werden und pastorale Schwerpunkte vor Ort miteinander abgestimmt werden. „500 Jahre nach der Trennung unserer Kirchen durch die Reformation stehen wir an der Schwelle zu einer neuen Gemeinsamkeit im Glauben“, heißt es in dem Papier.

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Ideengeber über das Jubiläumsjahr hinaus: Arbeitshilfe „Christusfest“ erschienen

"Christusfest - Ökumenisches Zugehen auf das Reformationsfest 2017" heißt die Arbeitshilfe für Gemeinde und Schule, herausgegeben von der Leiterin der Ökumene-Arbeit der Evangelischen Kircheim Rheinland, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, und Dr. Michael Kappes, Leiter der Fachstelle für Theologische Grundfragen und Ökumene der Diözese Münster. Die Arbeitshilfe fungiert als Ideenbörse und Best-Practice-Handbuch. Sie regt für das Jubiläumsjahr zu ökumenischen Projekten an. So ermutigt sie, eigens ein ökumenisches Vorhaben aufzunehmen. Alternativ wird vorgeschlagen, bestehende ökumenische Initiativen anlässlich des Reformationsjubiläums mit dem Akzent "Christusfest" besonders zu gestalten. Und damit auf Gemeindeebene oder in der Schule das wahr werden zu lassen, was das 500. Reformationsjubiläum historisch auszeichnen soll: Es soll das erste ökumenisch geprägte Jubiläum werden.
Details und Bestelladresse
EVA: http://www.eva-leipzig.de/product_info.php?info=p3970_Christusfest.html
Bonifatius: http://www.bonifatius-verlag.de/artikel/christusfest---okumenisches-zugehen-auf-das-reformationsfest-2017


Ökumenisches Christusfest Koblenz: Einladung zur Mitwirkung

Zu den großen Vorhaben im Jubiläumsjahr 2017 gehört das Ökumenische Christusfest am Pfingstmontag, 5. Juni. Dazu laden die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche der Pfalz, die Region Südwest der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz auf die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Das Motto: Vergnügt, erlöst, befreit. Ökumenisch und überkonfessionell soll der gemeinsame Glaube gefeiert und zur Christusnachfolge ermutigt werden. Kirchengemeinden und Pfarreien, Kirchenkreise und Diözesen sind bereits jetzt eingeladen, sich mit Aktionen am Programm und am Markt der Möglichkeiten zu beteiligen. Angebote werden bis 31. Oktober 2016 an die Superintendentur in Koblenz erbeten.
Informationen über das Ökumenische Christusfest: christusfest-koblenz.de

Ökumenische Gemeindepartnerschaften

Wenn im Jahr 2017 das Jubiläum 500 Jahre Reformation gefeiert wird, soll das mit einem deutlichen ökumenischen Akzent geschehen. Und dazu gehört unter anderem eine neue Initiative zur Förderung der Ökumenischen Gemeindepartnerschaften. Das wurde bei der Tagung „Ökumenische Gemeindepartnerschaften 2.0“ vorbesprochen und zugesagt. Schließlich sind Ökumenische Gemeindepartnerschaften „kein Auslauf-, sondern ein Zukunftsmodell“, wie Oberkirchenrätin Barbara Rudolph betont, Leiterin der Ökumene-Abteilung der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Bericht über die Tagung „Ökumenische Gemeindepartnerschaften 2.0“

Margot Käßmann: Ökumenische Dimension ist neu und Grund zum Feiern

„2017 wird ein Reformationsjubiläum mit ökumenischer Dimension sein. Das ist neu und ein Grund zum Feiern.“ Das sagt die EKD-Reformationsbotschafterin Prof. Dr. Margot Käßmann. Statt Abgrenzung der Konfessionen soll das Reformationsjubiläum die Konfessionen zusammenführen, betonte die Theologin bei einem Vortrag in der katholischen Kirche Belair in Luxemburg.
Der Vortrag im Wortlaut: http://www.ekd.de/vortraege/2016/20160311_kaesmann_reformationsjubilaeum.html

Ökumenische Planungen von EKD und DBK: Gemeinsames Christusfest feiern

Jahrhundertfeiern zum Reformationstag waren bislang Anlass zur Abgrenzung der Konfessionen voneinander. Dies soll 500 Jahre nach dem Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg nach dem Willen der beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland im Jahr 2017 erstmals anders werden. Das haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz vereinbart. Das haben derEKD-Ratsvorsitzende Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in einem offiziellen Briefwechsel festgehalten.
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ekir.de / neu; Cover: Evangelische Verlagsanstalt und Bonifatius / 20.3.2017



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