„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Die Künstlerinnen und Künstler aus Burkina Faso und Indonesien mit den Organisatoren des Konzertes, der Superintendentin und dem Superintendenten der Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar. Die Künstlerinnen und Künstler aus Burkina Faso und Indonesien mit den Organisatoren des Konzertes sowie der Superintendentin und dem Superintendenten der Kirchenkreise Wetzlar und Braunfels.

Konzert in der Kreuzkirche Wetzlar

Weite wirkt hörbar

Botswana, Burkina Faso, Deutschland, Indonesien, Kongo, Namibia – wie es gelingen kann, junge Menschen aus unterschiedlichen kulturell-konfessionellen Traditionen in Afrika, Asien und Deutschland in einen lebendigen Austausch miteinander zu bringen, das hat das „Weite wirkt-Konzert“ in der Wetzlarer Kreuzkirche der Gruppen „Live my Life“, „Mélodies d` éspoir“ und „Terangapi“ gezeigt.

19 Musikerinnen und Musiker, rund 150 Besucherinnen und Besucher. Eingeladen hatten die Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar in Kooperation mit der Evangelischen Kirche im Rheinland. „Vergnügt, erlöst, befreit können wir im Namen Jesu durchs Leben ziehen mit weitem Blick für unsere Partner in aller Welt, und die anvertraute Zeit miteinander teilen“, sagte der Braunfelser Superintendent Roland in seinem Grußwort in Anspielung des landeskirchlichen Slogans zum Reformationsjubiläum "Ich bin vergnügt, erlöst, befreit".

Die Musik aus drei Erdteilen mit Percussion, Gitarren und Keyboard umfasste ein breit gefächertes Programm, das durchweg mit großem Applaus honoriert wurde. Tanz, Instrumentalmusik sowie eine ausdrucksstarke Körpersprache, die den Inhalt der gesungenen Texte anschaulich unterstrich, präsentierte die Gruppe „Mélodies d` éspoir“ aus Ougadougou in Burkina Faso.

Mit ihren „Melodien der Hoffnung“, christlichen Lob- und Dankliedern, vermittelten Adonija Bazié (Gesang), Joel Manassé Bazié (Gesang und Klavier) und Eldad Kaboré (Percussion) nicht nur ein Stück afrikanische Lebensart, sondern auch ein tief empfundenes Gottvertrauen, gleichzeitig mit dem Ziel, die Zuhörerinnen und Zuhörer anzurühren inmitten einer unmenschlichen Welt. Die Lieder hatten Eldad Kaboré und dessen Vater, Pastor David Kaboré, selbst getextet und komponiert, zum Teil eigens für das Konzert zum Reformationsjubiläum.

Liebeslied ans Handy

Einen Vorgeschmack auf das Musicalprojekt „Live my Life“ gab der gleichnamige Partnerschaftschor im Rahmen des Konzertes mit christlichen Songs im Rock- und Popgewand wie „Center of life“ oder provokant: „All that I am“, ein Liebeslied ans Handy. Die zwölfköpfige Gruppe unter Leitung von Thomas Fricke aus Katzenfurt ist gerade dabei, ein trilaterales Workcamp vorzubereiten

Dabei stellen sich junge Erwachsene aus Namibia, Botswana und Deutschland in einem gemeinsamen musikalischen Projekt der Frage, welche Alltagserfahrungen Jugendliche in je ihrem Land haben, mit welchen Problemen sie sich auseinandersetzen müssen und wie sie voneinander lernen können. Mit dabei schon in der Kreuzkirche auch zwei afrikanische Künstler: Hitjivirue Nunuhe aus Namibia und Michel Sanya Mutambala. Der Kongolese animierte gekonnt zum Mitklatschen und –tanzen.

Dynamischer Jazz aus Indonesien

Mit traditionellem Liedgut prominenter indonesischer Komponisten und Musiker, in dynamischem Jazz dargeboten, verstand es die Gruppe „Terangapi“ aus Jakarta, das Publikum zu begeistern. Inhaltlich beschrieben die Songs aus den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die indonesische Landschaft wie den „Solo River“, den längsten Fluss auf Java, die Genderproblematik und eine traurig endende Liebesgeschichte.

Die jungen Musiker Clara Marianna Siregar (Gesang), Randy H.M. Siregar (Gitarre), Melvin M.R. Silalahi (Klavier und Gitarre) und Satria Astungkara (Percussions), deren Bandbezeichnung „Licht des Feuers“ bedeutet, präsentierten zudem mehrere bekannte christliche Lieder aus Indonesien, die von dem Glück erzählen, Gott als ständigen Lebensbegleiter an der eigenen Seite zu wissen.

Brückenschlag über sechs Länder

In der „Zeit der Begegnung“ vor dem Konzert gab es Informationen aus den beteiligten Partnerschaftsländern. Die Anwesenden legten helle und dunkle Steine auf Tücher aus Botswana, Burkina Faso, Indonesien und Deutschland. Sie erzählten dabei, worauf sie in ihrem Land stolz sind, was sie belastet und welche Wünsche sie an die Partner aus anderen Ländern haben.

Am Ende versammelten sich spontan alle Musikerinnen und Musiker zum gemeinsam gesungenen „Amazing grace“ und „O happy day“ auf der Bühne – ein Zeichen des Brückenschlags zwischen Christinnen und Christen aus sechs Ländern.

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Uta Barnikol-Lübeck / 16.4.2016



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